Urlaub und Versicherung

Es hat so schön angefangen

Wer kennt es nicht. Man plant seinen Urlaub und bevor man die Buchung abschließt, poppt der Hinweis auf eine Reiserücktrittsversicherung auf. Bei Kindern weiß man schließlich nie, ob sie am letzten Kindergarten noch irgendeine Überraschung mit nach Hause bringen. Wer will sich auch im Ernstfall sagen lassen „Wenn sie keine Versicherung abgeschlossen haben sind sie selbst schuld.“ Doch wehe es tritt einmal der Ernstfall ein….

Doch von vorne:

Wir planten einen Urlaub nach Pfingsten über einen namenhaften Urlaubsanbieter an der Nordsee. Dieser bietet, der Leser ahnt es schon, einen Rundum-Versicherungsschutz über einen namenhaften Versicherer an. Da schlugen wir zu, man weiß ja nie.

Die Nordsee begrüßte uns sonnig und der Urlaub konnte beginnen. Allerdings nur bis morgens um 6:00 Uhr. Denn da übergab sich unsere kleine (2,5 Jahre) ins elterliche Doppelbett. Wir schoben es zuerst auf die Strapazen der Anreise vom Vortag. Als dann aber der Durchfall einsetzte und das Erbrechen den ganzen Tag anhielt und die kleine Maus nur noch schlief wurden wir eines besseren belehrt. Auch in der folgenden Nacht besserte sich nichts und bei Papa ging es dann auch los. Das Schlüsselerlebnis hatten wir dann am Frühstücksbüffet als sich unsere kleine ein weiteres Mal, diesmal auf Mamas Bluse übergab.

Gott sei Dank hatten wir das Rundum-Sorglos-Paket bei der Versicherung mit gebucht.

Wir beschlossen uns den Urlaub an dieser Stelle abzubrechen. An der Rezeption des Hotels – das direkt zu der Kette gehört, die mit der Versicherung kooperiert – sagte man uns, das es kein Problem wäre, die verfrühte Abreise wird bestätigt und die sollen wir dann einreichen und die Versicherung würde Taggenau erstatten! Wunderbar so stellten wir uns das vor. Sicherheitshalber rief ich bei der Servicenummer des Versicherers an. Der freundliche Mitarbeiter hatte Mitleid mit uns, verwies uns aber lediglich auf die Claimsseite auf der wir unsere Ansprüche geltend machen sollen.

Gesagt getan. Am nächsten Tag nachdem wir zuhause angekommen sind, besuchten wir den Kinderarzt und meinen Hausarzt. Beide gaben auf dem Vordruck der Versicherung eine schwere Gastroenteritis (Magen-Darm-Infekt) an. Diese Bescheinigungen lud ich auf die Claims Seite hoch. Zwei Wochen später forderte die Versicherung diese Unterlagen erneut per Mail an.

Dann endlich eine Entscheidung: „Da keiner der Versicherten einen Krankenhausaufenthalt hatte… zahlen wir nicht.“ würde so in der Leistungstabelle stehen. „Wir bedanken uns für das entgegen gebrachte Vertrauen.“

Leistungstabelle geprüft, steht nix drinnen vom Krankenhausaufenthalt. Widerspruch.

Jetzt wird’s absurd, denn jetzt beruft er sich auf diesen Passus:

5. WAS MUSS ICH IM SCHADENSFALL BEACHTEN?

A. SIE HABEN BEDARF AN VERSORGUNGSLEISTUNGEN

Im Notfall müssen Sie unbedingt die lokalen Rettungsdienste für die Erste Hilfe für jedes

Problem in Anspruch nehmen, das in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.

In jedem Fall kann unsere Leistung nicht die Leistungen der lokalen öffentlichen Dienste

oder eines Beteiligten ersetzen, zu dessen Beauftragung wir gemäß den lokalen

und/oder internationalen Vorschriften verpflichtet wären.

Damit wir leisten können, empfehlen wir Ihnen, Ihren Anruf vorzubereiten.

Wir bitten Sie um folgende Angaben:

• Ihre Vornamen und Familiennamen erreichen kann,

• den genauen Ort, wo Sie sich befinden, Adresse und Telefonnummer, wo man Sie

• Ihre Vertragsnummer

Folgendes haben Sie zwingend zu tun:

•Rufen Sie unverzüglich unter der Telefonnummer an: 0049 xxxxxxxxxx

• Holen Sie unsere vorherige Zustimmung ein, bevor sie selbst tätig werden oder Ausgaben machen,

• Halten Sie sich an die Lösungen, die wir empfehlen,

• Übermitteln Sie uns alle Angaben im Zusammenhang mit dem gezeichneten Vertrag,

• Übermitteln Sie uns alle Originalbelege der Ausgaben, wofür Sie eine Rückerstattung beantragen

Hallo? Wir haben weder Versorgungsleistung benötigt oder in Anspruch genommen, noch haben wir irgendwelche Ausgaben zur Rückerstattung eingereicht.

So langsam bekomme ich das Gefühl die haben gar nicht vor zu zahlen. Das ärgerliche ist, dass wir schon so oft bei diesem Anbieter gebucht haben und diese vollkommen überflüssige Versicherung gebucht haben, dass die Kosten unseren Schaden zu mindestens 80% gedeckt hätten.

„Selbst Schuld wenn sie eine Versicherung abgeschlossen haben.“

Fortsetzung folgt….

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